xavier

#kinder #improgeschichte #vampir

ja also heute ist frau ahm blumstengel aber gereizt. das mterk ich daran, dass sie ziemlich wild in die seiten ihrer western gitarre haut und hit me baby one more time grölt. und daran, dass sie mich beim spazieren die ganze zeit an der leine zieht, wo ich doch gerade die fährte eines neuen hundes in der nachbarschaft aufgenommen, die duftnote der läufigen emma erschnuppert habe und dann noch der wunderbar markante geruch der reviermarkierung von toni…  zu guter letzt musste ich heut sogar wieder in die dusche. kann sich frau blumstengel nicht auch mal an joni’s boxsack abreagieren statt ihren frust auf mich auszulassen. wie auch immer. ich erzähl schnell die geschichte von xavier, bevor, ihr wisst schon: fütterungszeit. also xavier war ein junge, so einer wie joni. ja die meisten geschichten, die ich erfinde handeln von jungen, so welchen wie joni, weil die meisten sind halt auch für einen jungen, nämlich joni. und die mama, oder sagen wir halt der papa, damit es ein bisschen anders ist, der papa lässt das fenster offen, als er xavier ins bett bringt. xavier hat angst, vor… ahm, das weiß er auch nicht so genau, irgendeinem mann mit schwarzem umhang, und bittet seinen vater das fenster zu schließen, obwohl es hochsommer war und es im zimmer wirklich sehr heiß war. also tat papa ihm den gefallen. doch als xavier schlief öffnete sein papa das fenster wieder. nach ein paar stunden flog eine fledermaus ins zimmer. xavier erwachte und schaltete das nachttischlämpchen ein. da verwandelt sich die fledermaus in einen vampir. nennen wir in bodowin, weil den gibt es wirklich, hab ich gelesen. bodowin liebte kinderblut und freute sich darauf xavier in den nacken zu beißen. doch xavier schlug bodowin vor, ihm seine leibspeise zu kochen: spaghetti mit tomatensauce. falls es ihm nicht schmecke könne er ja xavier immer noch aussaugen und wenn es ihm schmecken sollte, könnte er in zukunft gerne öfter auf eine portion spaghetti ai pomodori vorbeischauen. und so schlichen sie sich heimlich in die küche. xavier kochte, und bodowin aß. und es schmeckte ihm wunderbar. so kam bodowin jeden mittwoch zu xavier und er brauchte auch kein kinderblut mehr, was eigentlich ganz gut war. und der papa wundert sich, wo die ganze tomatensauce hingekommen ist.

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Yolanda die Blumenprinzessin

#kinder #zaubergarten

Vor langer Zeit hab ich in einem Märchen gelesen: „Wenn man einen alten Schlüssel wiederfindet, behält man dann den alten oder den neuen?“ Und die Antwort war: „Ganz gewiss den alten.“ Die Antwort hat mich schon erstaunt, weil manche so genau wissen was richtig ist, das weiß ich nicht immer so genau. Manchmal mag ich was Altes, zum Beispiel den Kater Frank der einen Stock unter mir wohnt. Er ist schon ein alter Herr, aber ich mag ihn voll gern. Ich mag aber auch was Neues. Zum Beispiel meine neue Frisur, es ist so angenehm die Dauerwelle im Sommer mal abzulegen und mit meinem flotten neuen Kurzhaarschnitt herumzuschwanzeln. Aber erzähl ich dir heute eine alte Geschichte oder eine neue. Ganz gewiss eine alte! Weil heute ist so ein Tag, da will ich einfach mal was Altes loswerden, ich fang lieber an, damit mich die Jausenpause nicht wieder unterbricht. Ich mag Jause, aber noch lieber mag ich erzählen… also: Vor langer Zeit lebte eine Prinzessin einsam und allein in ihrem Schloss aus reinem Gold. Immer wieder suchte sie nach Freundinnen und Freunden. Doch die liefen alle weg, als sie sahen, dass die Prinzessin zaubern konnte. Die Prinzessin konnte Blumen zaubern und das machte manchen Angst. Was, wenn sie plötzlich wütend wird und eine fleischfressende Pflanze auf sie loslässt, oder eine Schlingpflanze um sie zu erwürgen oder eine Giftpflanze… Andere wiederum dachten, die Prinzessin sei bestimmt eingebildet, weil sie zaubern kann und wollten so eine nicht als Freundin. Und ein paar waren auch allergisch gegen Blütenpollen und wollten deswegen nicht länger in die Nähe der Blumenprinzessin. Einmal kam ein junger Mann zum Schloss, der behauptete ein Prinz zu sein. Er sagte ihr, dass sie schön sei und er lief auch nicht weg, als er sie zaubern sah. Vielleicht, so dachte der Mann, der behauptete ein Prinz zu sein, wird sie mir eines schönen Tages ein Goldbäumchen zaubern, das jeden Tag neue goldene Früchte trägt. Als sie sagte, dass Sie ihm kein Goldbäumchen zaubern konnte, machte er sich aus dem Staub und hat alles Gold mitgenommen, das sie besaß. Während die Prinzessin im Wald spaziert war, hatte er alles Gold zusammengesammelt und sogar das Gold von den Schlossmauern heruntergekratz. Als sie heimkehrte erkannte sie, dass sie bestohlen wurde und der Mann der behauptete ein Prinz zu sein, ein Betrüger war. Sie zauberte eine Dornenhecke um das Schloss, so dass niemand mehr hereinkommen konnte. Sieben Jahre blieb sie alleine im Schloss und ernährte sie sich nur noch von den Pflanzen und Früchten, die in ihrem Zaubergarten wuchsen. Sie bemerkte nicht einmal, dass schon seit längerer Zeit ein Gärtner jeden Tag zum Schloss spazierte und damit begann, die Dornenhecke zu schneiden und das Unkraut um das Schloss herum zu jäten. Er hatte das Schloss auf der Durchreise entdeckt und dachte, dass es unbewohnt sei. Und weil das versteckte Schloss ihn neugierig machte und er die Gartenarbeit liebte, begann er es von der Dornenhecke zu befreien. Als endlich der Tag gekommen ist, an dem er bis zur Schlossmauer durchgedrungen war öffnete er vorsichtig das Tor. Er sah die schönsten Blumen in den seltensten Farben und Formen und inmitten des Schlosshofes einen zauberhaften Garten. Darin saß eine junge Frau, die Beeren pflückte und dabei mit ihrer samtig weichen Stimme ein Liedchen sang. Die Blumenprinzessin bemerkte den Fremden nicht, er war so leise hereingeschlichen als wäre eine Tulpenknospe aufgegangen. Doch als er näher kam bemerkte sie seinen Duft, der anders war als der ihrer Blumen. Sie schaute auf und sah den Gärtner. Ja und wie das oft so ist, in meinen Geschichten, verliebten sie sich ineinander… Doch das war noch nicht alles. Da beide Blumen liebten eröffneten sie ein Geschäft und viele Menschen kamen aus Nah und Fern um das Blumenschloss zu besuchen und sich Blumenkränze für ihre Feste binden zu lassen. Die Geschichte geht auch noch weiter, aber ich spar mir die Fortsetzung für ein anderes mal auf. Bis bald, ciao-wau, deine Lotte Löwenzahn.

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Über Regen und Schirmchen

#lotteloewenzahn

Heute ist nichts los. Es regnet und wir sind in unserer Wohnung. Wir, das bin ich Charlotte Ruderalia Hawkbit, kurz: Lotte Löwenzahn und mein Frauerl: Magistra Theodora Blumstengel. Zwar hat mich Frau Blumstengel nach einem gewöhnlichen Löwenzahn benannt, doch gewöhnlich bin ich ganz und gar nicht. Ich besitze nämlich die außergewöhnliche Fähigkeit, Geschichten zu erzählen. Mir fällt immer irgendeine ein und wenn mir mal keine einfällt, dann erzähle ich eine alte, zum Beispiel die vom Prinz Zapi Zupi oder die von Yolanda der Blumenprinzessin. Oder ich beginne einfach zu erzählen, ohne eine Geschichte im Kopf zu haben. Dann überrasche ich mich selbst und freue mich auf den Schluss, weil ich ihn ja noch nicht kenne. Das sind mir die Liebsten. Heute hab ich noch keine Geschichte erzählt, nicht einmal eine alte. Es ist ein bisschen fad, nicht nur weil es regnet. An anderen Tagen ist mehr los, dann wohnt hier nämlich noch ein anderer Mensch. Ein Kind. Ich liebe Kinder. Ganz besonders diesen Jungen: Jonathan Blumstengel. Und Joni liebt meine Geschichten, das weiß ich, weil er danach immer in die Küche geht und mir so ein leckeres Kaustangerl holt. Wenn wir, so wie heute, nur zu zweit sind, schlafe ich fast die ganze Zeit in meinem Körbchen und Träume von einer Wiese voller Löwenzahn, der sich dann in lauter weiße Pusteblumen verwandelt. Ich laufe durch die Pusteblumenwiese. Überall fliegen die weißen Schirmchen und kitzeln mich an meiner feuchte Schnauze. Dann muss ich nießen. „Hast du wieder geträumt Lotte?“, fragt mich Frau Blumstengel und krauelt mich hinterm Ohr. Ich schlecke ihre Hand ab und schnarche gleich wieder weiter. Ja, dass ich schnarche erzählt sie jeder/m. Deshalb weiß ich es, hören tu ich mich selber dabei nicht. Aber einmal, da hab ich wirklich geschnarcht, so laut, dass ich mich selbst aufgeweckt hab. Gerade pünktlich zur Jausenzeit. Und schon ist es wieder so weit – drum muss ich jetzt aufhören. Bis zum nächsten Mal! Ciao – wau

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